Sep 24 2010


Anraffer Reissilo eingestürzt

Abgelegt 10:50 unter Artikel

Anraff/Kreis Waldeck-Frankenberg. Im ruhigen und beschaulichen Anraff ist gestern ein Reissilo eingestürzt. Gegen 09:00 Uhr barst in dem ansonsten sehr ereignislosen Ort, ein Reissilo. Wie Augenzeugen berichteten, barst zunächst die Außenwand des Gebäudes. Ein Strom mehreren tausend Tonnen Reis ergoss sich ins Dorf und verschüttet mehrere Einfamilienhäuser sowie die Hauptstrasse. Wie der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Anraff, Meine berichtete, „tat es einen ungeheuerlichen Donnerschlag und danach hörte man nur noch Rauschen.“

Unglücklicherweise wurde dabei auch das erst kürzlich, mit einem großen Fest eingeweihte Spritzenhaus verschüttet. Dadurch verzögerten sich die Rettungsmaßnahmen zunächst um mehrere Stunden. Ein berittener Bote aus Anraff, konnte aber schliesslich Rettungskräfte aus Bad Wildungen alarmieren. Auch griffen die Anraffer Landwirte zur Selbsthilfe und konnte so schon selbstständig mit den Bergungsarbeiten beginnen.

Ersten Schätzungen zufolge, scheint es keine Verschütteten zu geben, da alle Familien zur Unglückszeit schon an ihren Arbeitsplätzen in Frankfurt oder Köln bzw. in der Gesamtschule der Kreisstadt waren. Lediglich ein 18-jähriger kam ums Leben als er den Reismassen am Ortseingang von Anraff ausweichen wollte. Vermutlich fuhr er mit überhöhter Geschwindigkeit.

Die Räumungsarbeiten in Anraff dauern derzeit noch an und gestalten sich seit dem Abend zunehmend schwieriger, da starker Regen den Reis aufquellen lässt. Mittlerweile ist allerdings das Bergepanzer-Pionierbattalion >>Karl-Gustav<< mit schwerem Gerät eingetroffen. Glück für die Anraffer, wird doch die nahegelegene Dunkelwald-Kaserne Mitte nächsten Jahres geschlossen. „Nur gut, dass die Bahnstrecke an dem das Reissilo, stand nicht mehr befahren wird“, so der Wehrführer abschliessend.  Möglicherweise auftretender Verkehr wird zur Zeit über die Nachbardörfer umgeleitet. Vorraussichtlich wird die Landstrasse noch zwei Wochen unpassierbar bleiben.

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