Okt 01 2010


Autonome kritisieren Stuttgart 21 Proteste und Polizeieinsatz

Berlin/Stuttgart. Kritik am gestrigen Polizeieinsatz im Zuge von Stuttgart 21 übten auch Piet, Bundesvorsitzender der Autonomen Antifa e.V., sowie die Fantifa Bundekoordination. Wie die Bundessprecherin Lena erklärte, „kotze es sie an wie besonderes „Erschrecken“ über Frauen, Kinder und Alte geäußert würde, die zusammengeschlagen wurden.“ „Es gibt spezifische Gewalt gegen Frauen die auch alltäglich präsent ist, wenn aber diese Gutmenschen wieder irgend wen zu einem schutzbedürftigen Kollektiv erklären, ist dass entmündigende Scheiße. Dabei dürfte es klar sein, dass Schlagstöcke und Wasserwerfer einfach menschenverachtende Politik sei,“ so Lena gegenüber dem Zweiten-Frühsücks-was-eigentlich-das-Erste-ist-Magazin.

Nach der Ansicht von Piet, war das Vorgehen der Polizei völlig überzogen. „Wenn sie gegen die so vorgehen,“ Piet verschlafen gegenüber Info am frühen Morgen, „dann ist da doch nichts mehr drüber. Die nächste Steigerung ist dann doch nur noch der Einsatz von Schutzwaffen.“

Dieser fand im Zuge von Demonstrationen, aber zuletzt nur von Seite der Demonstrant_innen statt.

Weshalb Piet alle verwirrten Einzeltäter aufrief Ruhe zu bewahren und ihre Schießeisen in den Neckar zu werfen. Diese Eskalation würde zwar noch offener den Ausnahmezustande zu tage treten lassen, den die „faschistische Herrschaftsclique“ in der BRD herbeiführt, allerdings ist seiner Einschätzung nach die Protestbewegung nicht in der Lage darauf angemessen zu reagieren.

Seit Jahrzehnten werde Protest versucht zu Kriminalisieren und langsam werde klar das wirklich jeder Opfer staatlicher Willkür werden könne.

So äußerte Piet auch Kritik an den Demonstrationsteilnehmer_innen, die er als „Friedenswichser“ bezeichnete. Es scheine für ihn so, als glauben die Protestierer_innen immer noch an Sozialpartnerschaft und herrschaftsfreien Diskurs. „Wenn die mal erkennen würden, dass sie durch Mappus und Rech, einfach nur Carl Schmitt angrinst, wäre schon etwas gewonnen. Feind ist Feind, ob schwäbischer Bürger oder kreuzberger Autonome.“

„Die waren scheinbar völlig ungeplant. Keine passiv Bewaffnung, kein Eisenstangen oder Motorradketten. In den 80er in Brokdorf sind wir viel massiver gegen die Bullenschweine vorgegangen. Die Kastanien sollten sie schnellstens gegen Stahlkugeln austauschen“, so Piet weiter.

Es bleibt für ihn die Befürchtung mit den Stuttgart 21 Gegner_innen sei „keine Revolution zu machen“. Die Autonomen Aktion Schwaben sieht dies ebenfalls bestätigt. Erster Beleg dafür seien die rapide steigenden Verkaufszahlen von Bahnsteigkarten nach Abrissbeginn am Stuttgarter Hauptbahnhof.

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